1 Tonne Gold per Paketdienst

Prolog

Ach ja, Paketdienste heutzutage. Die Absender sind leicht entnervt, die Zusteller überlastet, und die Empfänger haben auch keinen Spaß.

Ich warte auf ein Paket, traue mich kaum aufs WC zu gehen, schon gar nicht zu duschen. Denn genau dann wenn man gerade schlecht zur Tür rennen kann, klingelt es. Kennt man. Ich würde auch verstehen, wenn Zusteller das genauso nervig finden.

Allerdings schlampen Zusteller heutzutage auch gewaltig. Speziell die Masche, einfach nur die Karte “nicht angetroffen” einzuwerfen obwohl die ganze Zeit jemand da war und wartete, ist unschön.

Und die Abholstellen sind ja auch regelmäßig nicht die nächstgelegene, sondern hübsch weit weg vom Empfänger, wo der Lagerplatz günstiger ist. Ich selbst kann die 2,5km mit dem Fahrrad und 20kg-Paket ganz gut zurücklegen, aber bei jemandem, dem bei einer OP Schultermuskeln entfernt wurden und der nicht mehr Autofahren kann, ist die nicht-klingeln-Karte-Einwerfen-Masche schon fies.

Zeitvertreib: 1 Tonne Gold

Offenbar bin ich nicht der einzige, der gerade auf ein Paket wartet. Warum überhaupt mit Hermes versenden, fragt @darkman – na, weil die nicht nach Gewicht berechnen. Darauf die Frage:

also kann ich meine Tonne Gold mit Hermes guenstiger versenden als mit DHL?

Ich fange an zu recherchieren und rechnen:

1m³ Gold wiegt unter Normalbedingungen 19.320 kg
Eine Tonne Gold benötigt etwa 51,8 Liter Volumen.
(Quellen: Wikipedia-Artikel zu Gold, Wolfram Alpha)

Nehmen wir mal an, das Gold wäre in Körnern oder wir könnten es in passende Form gießen, damit das Format die Sache nicht komplizierter macht.

In einen Würfel von 37,33 cm Kantenlänge bekommt man etwa 52 Liter hinein.
Sagen wir noch 2,5 cm Verpackungsmaterial in jede Richtung –
40×40×40cm ist bei Hermes zu aktuellen Preisen ein M-Paket, also 5,90 Euro.

DHL läßt nur Pakete bis 100 kg zu, also müßten wir die Tonne Gold aufteilen in mindestens 10 Pakete zu 100 kg – und da das Verpackungsmaterial auch etwas wiegt, eher  11 Stück. Jedes der Pakete braucht bei 11 Stück ca 4,7 Liter. Da reicht die kleinste Versandform für Gewicht bis 100 kg, also ein Karton von max. 60×30×15 cm; der Versand davon kostet je Stück 54,90 Euro. Damit kostet der DHL-Versand 603,90 Euro.
(Mit 10 Stück nochmal durchgerechnet: 5.2 Liter Volumen, paßt ins gleiche Paketformat, Kosten 549,- Euro)

Allerdings sind die DHL-Pakete jedes bis maximal 500 Euro gegen Verlust versichert…

Korrektur

Na gut. Fairerweise muß man dazusagen: Bei Hermes steht im Kleingedruckten “Preis unabhängig vom Gewicht bis 25 kg”. Bei Aufteilung in Pakete zu 25 kg sieht die Sache leicht anders aus:

41 Pakete zu 25 kg (wieder 1 Stück Aufschlag wg. Verpackungsmaterial). 25 kg Gold brauchen je 1263 cm³ oder ca. 1.3 Liter Volumen, da reicht ein 11×11×11cm -Päckchen zu 3,80 €; 41×3,80 sind 155,80 Euro.

Resultat

Also in der korrigierten Gegenüberstellung: einmaliger privater Versand von 1 Tonne Gold innerhalb Deutschlands mit Abgabe beim jeweiligen Shop, Zustellung zur Haustür:

  • Hermes: 41 Päckchen, Gesamtkosten 155,80€
  • DHL: 11 Maxi-Pakete, Gesamtkosten 603,90€

Falls beim Einpacken Krümel bleiben, einfach an mich senden.

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