Roboter besteuern?

Ich finde es erfreulich und zuweilen drollig, wenn erfolgreiche Kapitalisten in vorgerücktem Alter ihre soziale Seite entdecken („man kann’s ja nicht mitnehmen“) und zu Wohltätern werden. Nein, das finde ich nicht falsch, im Gegenteil; und es ist ja auch “the American way”.

Daß Bill Gates sich für Verbesserung der Toiletten-Situation international einsetzt, ist eine gute Sache, und angesichts dessen womit er reich geworden ist, hat es auch eine Art ausgleichende Gerechtigkeit.

Jedoch:

Roboter besteuern zu wollen, ist naiver Unfug.

Egal von wem die Idee kommt.

(Links: SZ FAZ engadget )

Erstens: Was ist ein Roboter und was ist keiner?

Nehmen wir eine Maschine zur Herstellung von Büroklammern:

bueroklammer.gif

Sind da Roboter im Einsatz? Wenn nicht, wo fängt es an, ein Roboter zu sein? Ziemlich egal wo man die Grenze zieht, man könnte flexible Maschinen so aufteilen und verdummen, daß sie nicht mehr unter die Roboter-Regelung fallen.

Zweitens: Wieviele Stück?

Wo hört ein Roboter auf, wo fängt der nächste an? Wenn der Drahtbiegeteil als einer gesehen würde, was ist mit dem Drahtabschneider? Mit dem Teil, der die Klammern nacher in Kartons schüttet, dem der sie wiegt, dem der den Karton verschließt? Sind das eine, zwei, drei, vier, fünf, oder mehr Maschinen? Und wieviele davon sind Roboter?

Bei der Herstellung von Gebäck, Kartoffelchips und ähnlichem, zählt da jeder Ofen separat, oder die Ofenstraße/Trockung insgesamt?

Und so fort.

Drittens: Und was ist mit Software?

Mit „Roboter“ ist ziemlich sicher eine Maschine mit mechanischem Anteil gemeint. Viele Arbeiten werden heute aber immateriell, von Software getätigt; es sind nicht nur mechanische Geräte, sondern es ist auch Software, welche Arbeitsplätze überflüssig machen kann (und dafür andere schafft). Soll die auch besteuert werden? (Gerade für Herrn Gates eine interessante Frage). Und wie ist dann der Zusammenhang – wenn ein Roboterarm mal von der einen, mal von der anderen Software angesteuert wird, wie berechnet man die Steuern? Was ist mit Geräten, die Privatpersonen sich für den häuslichen Einsatz kaufen – werden die wie Geräte in Firmen besteuert? Und wenn nicht, was verhindert eine Verlagerung (wie die Tiefkühlpizza ja auch schon eine ist)?

Auch in diesem Aspekt zeigt sich: da wurde nicht zu Ende gedacht; nein, der Gedanke ist nicht einmal über den ersten Schritt hinausgekommen.

Viertens: Folgen, wenn man es täte

Bisher wird daraufhin optimiert, möglichst wenig Material und Energie pro Werkstück zu ver(sch)wenden. Durch eine Robotersteuer würde der Anreiz gesetzt, lieber verfeinernde Arbeitsschritte wegzulassen, die Material und Energie sparen, und grobschlächtiger zu arbeiten – damit weniger “Roboter” zum Einsatz kommen.

Das ist ziemlich genau das Gegenteil einer sinnvollen Besteuerung.

Statt dessen

Man wird zur Versorgung der am Arbeitsmarkt „freigesetzten“ Menschen, ob per BGE oder per Sozialhilfe „mit allen Schikanen“, wahrscheinlich weitere Einnahmequellen erschließen müssen.

Eine Robotersteuer wäre aber der falsche, widersinnige Ansatz. Richtiger ist es, zusätzlich zu den impliziten Kosten von Material und Energieverbrauch ggf. auch Umweltkosten geltend zu machen. Das setzt die Anreize in Richtung einer Optimierung, welche für Menschen, Umwelt, und letztlich auch wettbewerbsfähige Wirtschaft förderlich ist.

Dabei kann man allerdings das Thema Zölle nicht vermeiden – damit die Produktion nicht einfach in Regionen mit schlechten Umweltstandards, Arbeitsbedingungen und niedrigen Energiekosten abwandert. Aber das ist ein separates Thema.

 

 

 

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Wie wollen wir sterben?

Es vergeht kaum ein Dienst, in dem nicht ein (seit langem) krachkranker, sterbender Mensch in die Notaufnahme gebracht wird. Hohes Fieber, schlechte Atmung, langjährige und gravierende Vorerkrankun…

Source: Wie wollen wir sterben?

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Abschied von den Menschenrechten

Ich hätt’s kürzer ausgedrückt, aber auch nicht so fein mit Beispielen garnieren können. Lesenswert.

man tau

Über die Ähnlichkeiten linker und rechter Identitätspolitik

„Ist das hier der Platz, an dem ich meinen Senf dazugeben sollte? Oder sollte ich an der Seite stehen und meinen Mund halten?“  (1)

Der weiße Rapper Macklemore beginnt seinen über acht Minuten langen Song „White Privilege II“  (die englischen Originalpassagen daraus unten im Anschluss an den Text) mit der Beschreibung einer Demonstration von Schwarzen, an der auch er teilnimmt. Die Zweifel, die er in dieser Situation hat, durchziehen den gesamten Text. „Schaue ich von außen herein, oder sehe ich von innen nach draußen?“ (1)

Er gehört nicht dazu, ist kein Schwarzer, macht aber eine schwarze Musik und ist damit auch noch erfolgreich: In seinen Augen ist er selbst damit ebenso Produkt einer „Vorherrschaft der Weißen“ (white supremacy) wie Darren Wilson, der weiße Polizist, der 2014 den achtzehnjährigen unbewaffneten Schwarzen Michael Brown erschossen hatte. (2)

Damit bleibt das Problem aus seinem

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Warum nicht zusammenziehen?

Warum sollte man heutzutage in Deutschland nicht zusammenziehen, insbesondere nicht, wenn man ein Paar ist oder als solches angesehen werden könnte?

Nun, es könnte jemand ja arbeitslos werden und dann irgendwann Sozialleistungen beziehen müssen. Und dann geht’s los. Siehe

Hartz IV- Der Beziehungskiller

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space colonisation to suicide, a continuum

“not sure of colonizing anything is good.”

Doubts such as this are important to start thoughts.

So, some thoughts.

Should mankind go to space, as many famous people say – because if we don’t, all of human effort and history will be for naught? http://www.spacequotations.com/colonization.html

Or should we just die out, striving to leave no trace?

Let’s reduce the scope a bit, away from space and Mars, back to living on this planet.

Colonisation is bad, yes? You may have been taught this. But is it true? Have you accepted the conclusion from specific cases and acts of colonisation that all of it is bad – or have you given it some more thought?

Let me give you some impulses for thinking about this.

Whatever water or other regular fluid you drink has been passing through many other kidneys and bladders before, many of which human. Whatever food you eat… OK, next: wherever you are living on the planet, someone else could live there just as well. Why don’t you make space for them? Why do you take up the space you do? Why do you claim food and drink and shelter that could be as well somebody elses? You ursup resources by living!

And this body of yours, you are killing other beings by living! And that’s not food alone (even as a vegan, millions of plants and fungi are killed for keeping your body alive). All those bacteria your body keeps killing, billions of them every hour – aren’t you ashamed, you mass murderer?!

There is only one way: kill yourself, and make space to all the other organisms.

Actually, there is another: accept that by having a physical existence in this world, you necessarily take away resources from the whole and assign them to your use – for your body, as its food, clothing, shelter; for work, to provide the former; for social purposes and your enjoyment. For art and for fun and other things which are harder to justify, but most people think a good thing anyways.

Not overdoing it, not wasting too much – that’s a good thing. It is polite to give others space, too. But don’t be ashamed for existing, for colonising a part of the world by your existence, by interacting with others, by leaving an impression and contributing to common causes and building them – because all of this is colonising the world with YOU.

Bad, bad colonisation. Changing something into what fits you better.

Well, there has been this “bad” colonisation where people thought they could improve other people, teach them better ways of living – at best – or where they dehumanised other people, taking them as resources to be used and discarded – at worst.

Guess what? Most of them acted in good faith; in good Faith even – because many of the historical colonisation was bolstered and justified by religion. (And no, not only the colonisation of south america by christians, also the long history of slavery justified by islam, and before it, by judaism).

Some leftovers of colonisation are also welcome, and still in use – but which parts are good and which are not is best decided by those who were colonised, not by those doing it.

 

Colonisation isn’t bad at the small scale, where your body separates itself from the universe and shapes a miniscule part of it.

Colonisation at larger scale can be really bad. Somewhere in between…

You have to draw a line somewhere.

So go ahead, draw a line somwhere where you think it best. You don’t have to justify it – it’s your decision for your life. But be aware, stay aware, this is arbitray choice you made, and other people will make different choices.

 

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Fat acceptance – yes. no.

So you are fat. Not just a bit overweight, but certified obese. Good indicator: you need to buy your clothes in special stores, or import them from the USA.

And you don’t feel like apologising for the way you are.
That’s OK.

If you feel good that way, if that’s how you want to be: that’s OK.

Just don’t lie to yourself, or try to lie to others. You do have a substantial higher risk for a number of diseases, including deadly ones. You are likely to get problems with your joints and skin.

You are annoyed people don’t like the way you look? So what. You don’t have to like their looks either. That’s a matter of taste. Of course, there is a Zeitgeist for human physique as well. But some day, your shape will be in fashion again! (Waiting for the next ice age may be a bit of a bother, but a few decades of worldwide famine would do, too.)

Some people will like it, some will find your body attractive. The majority won’t. Because by and large, humans are hardwired to equate attractiveness with healthiness and expected gene quality (which is healthiness of potential children). But then, you don’t need everybody to find you attractive – nobody in the entire world is attractive to everybody.

You could do something about your body; but you don’t want to. Or it’s not that important to you; there are other things more important to you. And that’s OK – it’s your life, it’s your body, so it is your choice.

Just don’t lie to yourself, or try to force others to go along with such lies. You’ll likely die earlier – but hey, so do do smokers. Or people who do dangerous sports. You could do something about it – but you decide not to.

It’s your choice.

It’s your choice, so stand by it. Don’t make excuses, don’t act as if it weren’t unhealthy, don’t require other people to like it. Your choice, your life, and your point of view.

Other people, their lifes, their views.

Acceptance goes both ways.

 

 

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Literatur nach Geschlecht.

Mein Bücherregal ist nicht nach Geschlechtern geordnet. Auch nicht nach Nationalitäten, oder nach Religion der Autoren.

Aber da dieser Artikel in der SZ names “Männer, lest dieses ‘Frauenbuch’! “ die unschöne Perspektive “Welches Geschlecht hat der Verfasser des Buches?” einnimmt, folge ich der Argumentation willen einmal dieser Sichtweise.

vor dem Regal stehend

Als ich das erste Mal Evelyn Waugh las, wußte ich nicht, daß dieser Evelyn ein Mann war. Es interessierte mich auch nicht. Als ich das erste Mal Wendy Carlos hörte und dachte, das klingt ja wie Walter Carlos – da war das (vermutete) Geschlecht weder Grund zur Auf- noch Abwertung. Meist habe ich gelesen und gehört, was inhaltlich, stilistisch gefiel – und nur wenn es gut war, habe ich mir den Autorennamen gemerkt, um mehr aus der gleichen Quelle zu trinken.

Warum sind dann nur knapp ein Viertel der Bücher in meinem Regal von Frauen verfaßt? Lasse ich fairnesshalber die Serien beiseite, zähle also unterschiedliche Autoren statt einzelne Bücher, wird das Verhältnis besser – aber ist immer noch nur ein drittel weibliche Verfasser gegenüber zwei Drittel männlichen.
Fachbücher und Wissenschaft scheinen noch häufiger von Männern geschrieben, aber auch bei der Belletristik überwiegen in meiner Bücherauswahl die männlichen Verfasser. Warum?

abgewandt

Ich denke an all die Bücher, die ich nicht gekauft habe. Phantastik liebe ich, aber Kitsch-Fantasy liegt mir gar nicht: und das ist ein Genre, das rappelvoll von Autorinnen ist. Ratgeber, Schmonzetten, der “leichte Liebesroman”, das “Familiendramolett”, die “unterhaltsame Sommerlektüre”: für mich schade um’s Papier, aber viele mögen das offenbar. Auch da: vorwiegend Autorinnen.

Bei Lyrik scheint das Geschlechterverhältnis ausgeglichen – jedenfalls in meiner Auswahl. Bei Krimis übrigens auch.

Die “hohe Literatur” aber, das Zeug, das gelegentlich auch Literaturnobelpreise bekommt – da sind Autorinnen selten. Warum?

subjektive Vermutung

Vielleicht, weil sie meist lieber lesbar und unterhaltsam schreiben und seltener das Risiko eingehen, eigensinnig “das ist aber richtig so!” ihr Ding durchzuziehen. Aber das ist, was die extremen Glücksfälle ermöglicht – wie auch Unmengen an unleserbarem, was aber rasch verschwindet oder nicht verlegt wird.

Also, mein vorläufiges subjektives Fazit: Frauen, schreibt sperriger! Riskiert, daß keiner lesen mag, was ihr schreibt – das tun ohnehin alle Autoren. Aber wenn ihr die große Weltliteratur schreiben wollt, muß wohl ein Quentchen Selbstüberschätzung dabei sein.

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